Wolves entreißen Houston den Sieg in einem historischen OT-Thriller
Wir haben alle schon wilde Endphasen in der NBA gesehen. Teams verspielen Führungen, Teams machen unmögliche Würfe. Aber was die Minnesota Timberwolves am Mittwochabend gegen die Houston Rockets geschafft haben? Das war etwas ganz anderes. Mit 13 Punkten Rückstand und kaum 3 Minuten verbleibender Overtime sahen die Wolves im Target Center wie tot aus. Sie lagen 108-95 zurück. Die Stimmung im Publikum sank. Dann beschlossen Karl-Anthony Towns und Anthony Edwards, dass sie nicht mit einer Niederlage nach Hause gehen würden.
Was sich entfaltete, war die größte Overtime-Aufholjagd in der NBA-Geschichte. Nicht nur in dieser Saison, *jemals*. Ein 15:0-Lauf zum Abschluss des Spiels, der in einem 110:108-Sieg gipfelte, der alle, einschließlich der Rockets, völlig fassungslos zurückließ. Jalen Green, der die Wolves die ganze Nacht mit 30 Punkten gequält hatte, muss sich gefühlt haben, als hätte er einen Geist gesehen. Es ist die Art von Spiel, die einem im Gedächtnis bleibt, die Art, bei der man sich fragt, wie zum Teufel das überhaupt passieren konnte.
Ein Kollaps für die Ewigkeit, ein Comeback für die Geschichtsbücher
Die Rockets hatten dieses Spiel. Völlig. Sie führten im dritten Viertel mit bis zu 19 Punkten. Sie trafen alles, bewegten den Ball und machten Rudy Gobert in der Zone das Leben schwer. Dann kam das vierte Viertel, und die Wolves begannen, den Rückstand zu verkürzen. Sie erzwangen die Overtime, ein kleines Wunder für sich, aber selbst dann schienen die Rockets einen Gang höher zu schalten. Fred VanVleet traf ein paar wichtige Würfe, und plötzlich stand es 108-95 bei noch 3:09 Minuten auf der Uhr. Das ist normalerweise das Ende des Spiels. Man fängt an, über den Rückflug nach Houston nachzudenken.
Aber die Wolves gaben nicht auf. Edwards traf einen schwierigen Jumper. Towns kam an die Freiwurflinie. Und dann schaltete die Verteidigung ein. Houston konnte keinen Korb mehr erzielen. Tari Eason verpasste einen weit offenen Dreier, der das Spiel entschieden hätte. Dillon Brooks, Gott hab ihn selig, verpasste ein paar umkämpfte Würfe, die er wahrscheinlich nicht hätte nehmen sollen. Der Druck stieg, und die jungen Rockets brachen darunter zusammen. Naz Reids Putback 1:33 Minuten vor Schluss verkürzte den Vorsprung auf zwei Punkte, 108-106. Der Saal bebte.
Ant-Mans Clutch-Gen und Houstons Herzschmerz
Anthony Edwards, der mit 27 Punkten abschloss, hatte nicht seinen besten Wurf-Abend, aber er machte die entscheidenden Spielzüge, als es am wichtigsten war. Sein Korbleger 10,9 Sekunden vor Schluss glich das Spiel auf 108 aus. Dann, nach einem weiteren Turnover der Rockets, wurde Towns, der 29 Punkte und 16 Rebounds hatte, gefoult. Er versenkte ruhig beide Freiwürfe 2,7 Sekunden vor Schluss, um den Wolves die Führung zu geben. Der Jubel war ohrenbetäubend. Stephen Silas, Houstons Trainer, wollte wahrscheinlich sofort in die Umkleidekabine verschwinden.
Hier geht es nicht nur um einen Sieg für die Wolves; es ist ein Statement. Dieses Team, das manchmal mit der Konstanz zu kämpfen hatte, zeigte eine Widerstandsfähigkeit, die Meisterschaftsanwärter besitzen. Sie hätten aufgeben können. Sie hätten es sollen. Aber sie taten es nicht. Für die Rockets ist es eine brutale Lektion im Abschließen von Spielen. Man kann ein Team wie Minnesota, mit dem Talent, das sie haben, nicht einfach so davonkommen lassen. Das geht einfach nicht.
Hier ist meine kühne These: Dieses spezielle Comeback, seine Größenordnung, wird der Wendepunkt für die Timberwolves in dieser Saison sein. Sie werden dieses Gefühl, diesen unmöglichen Sieg, in Erinnerung behalten, und es wird einen viel tieferen Playoff-Lauf befeuern, als jeder erwartet.